Volkswillen ernst nehmen – Verkehrsprobleme in Thun anpacken!

Die Städte-Initiative verlangt, dass die Stadt den Fuss-, Velo- und öffentlichen Verkehr fördert, damit das erwartete Verkehrswachstum mit platzsparenden und umweltschonenden Verkehrsmitteln aufgefangen werden kann. Damit soll der Stau reduziert, die Lebensqualität in den Wohnquartieren und der Innenstadt verbessert werden.

Der 2. Reglementsentwurf des Gemeinderates war über den Sommer in der Vernehmlassung. Erfreulich ist, dass der der Gemeinderat einige Anregungen des Initiativkomitees berücksichtigt hat. Eine konsensfähige Lösung ist in Aussicht.

Doch nach wie vor ist das Initiativkomitee der Auffassung, dass ein Reglement seine Wirkung nur erzielen kann, wenn konkrete Ziele und ein Controlling vorgegeben sind. Auf die mit der Initiative verlangte konkrete Zielvorgabe in Form der 10% Erhöhung des Anteils öV- LV am Gesamtverkehr kann aus Sicht des Komitees verzichtet werden, wenn diese zusammen mit den Verantwortlichkeiten im geplanten Gesamtverkehrskonzept definiert und festgehalten werden. Abgelehnt wird der Vorschlag des Gemeinderates, dem Stadtrat erstmals nach 10 Jahren Bericht zu erstatten. Dies erachtet das Komitee als wenig zielführend, da die Tendenz viel zu spät erkannt wird und zudem eine Verschlechterung zum 1. Entwurf vorliegt. Aus diesem Grund wurden diese zwei Artikel zum Verlagerungsziel (Modalsplit, Umsetzung und Evaluation) noch einmal beanstandet.

Mit den vom Komitee verlangten Änderungen im Reglement liegt ein tragfähiger Konsens für eine sachliche Lösung des Stauproblems in Thun vor, welche im Stadtrat und der Bevölkerung eine breite Akzeptanz geniesst. Das Komitee sieht mit Interesse der Behandlung des Reglements im Stadtrat entgegen. Das Komitee und die darin engagierten Stadtratsparteien (Grüne, Junge Grüne, SP und JUSO, EVP, Grünliberale, EDU) und Umweltorganisationen sind überzeugt, dass es im Interesse eines Grossteils der Bevölkerung ist, die Strassen vom Stau zu entlasten sowie den Fuss- und Veloverkehr sicherer zu gestalten. Der Handlungsbedarf für eine gesamtheitliche Thuner Verkehrspolitik ist gegeben, denn die Folgen der heutigen Verkehrsentwicklung beeinträchtigen unsere Wohn- und Lebensqualität, belasten den Steuerhaushalt und kosten das Gewerbe Zeit und Geld, weil die Mitarbeiter und Lieferanten im Stau stehen.

TT-Artikel_05092016