Grundsatz: Schutz der Bevölkerung vor den negativen Auswirkungen des Verkehrs.

Erläuterung: Sicheres Fortbewegen für zu Fuss Gehende und Velofahrende. Dieser Grundsatz knüpft an die unmittelbare Erfahrung des Verkehrs als gefährliche Situation an und spricht so alle direkt an. Ergänzt wird dieser Grundsatz mit der besonderen Aufforderung zur Verbesserung der Verkehrssicherheit für zu Fuss Gehende und Velofahrende.

Ansatz: Förderung des Fuss- und Veloverkehrs sowie des öffentlichen Verkehrs

Erläuterung: Fuss- und Veloverkehr sowie öffentlicher Verkehr sind umweltfreundliche, für fast alle Menschen ugängliche, sichere und gesunde Verkehrsarten, die sich für die Stadt als Ort der kurzen Wege eignen. Mit der Förderung des nachhaltigen Verkehrs wird die Lebensqualität in der Stadt verbessert und die Abwanderung in die Agglomeration mit dem dazugehörenden Mehrverkehr aktiv verhindert.

Zielsetzung: Zunahme des Anteils des Fuss- und Veloverkehrs sowie des öffentlichen Verkehrs um 10 % in 10 Jahren. Erläuterung: Damit wird explizit die Änderung des Modal Splits gefordert und ein konkretes Ziel festgelegt. Der Modalsplit kann auf mehrere Arten gemessen werden, entweder anhand der Verkehrsleistung in Personenkilometer oder mit der Verkehrsmittelwahl in Anzahl Etappen. Vor allem hängt die Messung des Modal Splits aber von den zur Verfügung stehenden Daten ab. Korrekte Angaben zum Modalsplit können nur mit Befragungen zum Verkehrsverhalten gewonnen werden. Dazu steht der Mikrozensus Mobilität und Verkehr des Bundesamtes für Statistik zur Verfügung, welcher alle fünf Jahre durchgeführt wird. Allerdings beziehen sich die Ergebnisse nur auf die gesamte Agglomeration und nicht auf die Stadt alleine. Es besteht aber die Möglichkeit, dass die Stadt selber die notwendigen Daten erhebt. Dies ist vom Initiativkomitee durchaus erwünscht. Ausserdem kann die Stadt die Zielerreichung sowohl in Bezug auf die Verkehrsleistung als auch für die Verkehrsmittelwahl erheben und dazu auf mehrere Datenquellen zurückgreifen, wie dies etwa die Stadt Zürich macht. Aus diesen Gründen lässt die Initiative mit der Formulierung „10 Prozent in 10 Jahren“ einen gewissen Spielraum. Wesentlich an der Zielsetzung ist die Trendwende, denn in den vergangenen Jahrzehnten hat sich der Modal Split weg vom Fuss- und Veloverkehr und hin zum öffentlichen Verkehr verschoben.

Umsetzung: Die Stadt Thun ergreift Massnahmen zur Zielerreichung und wird verpflichtet, die Anliegen der Initiative auch egenüber Dritten (Kanton, Bund, Private) zu vertreten.

Erläuterung: In der Initiative werden keine konkreten Massnahmen genannt, damit die Stadt eine gewisse Flexibilität bei der Umsetzung des verbindlichen Ziels hat. Konkrete Massnahmen werden beispielhaft im Argumentarium genannt. Die Verkehrsproblematik geht über die Stadtgrenzen hinaus. Ausserdem sind im Verkehrsbereich viele Fragen kantonal oder auf Bundesebene geregelt. Private sollen ebenfalls einbezogen werden, etwa mittels Einführung eines Mobilitätsmanagements in Unternehmen.

Berichterstattung: Die Stadt Thun muss über die getroffenen Massnahmen und die Zielerreichung Rechenschaft ablegen.

Erläuterung: Die Umsetzung der Initiative soll transparent und überprüfbar sein. Mit jährlichen Berichten über die getroffenen Massnahmen und den Stand der Zielerreichung besteht Gewähr, dass die Initiative nicht in der Schublade verschwindet.

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